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Brent Weeks – The Night Angel Trilogy (Schatten Trilogie)

Brent Weeks Night Angel Triology hat in den letzten Jahren einigen Trubel verursacht, insbesondere durch die Veröffentlichungsfrequenz: In drei aufeinanderfolgenden Monaten wurde pro Monat jeweils ein Band veröffentlicht, was, soweit ich weiß, auch für die Veröffentlichung in Deutschland übernommen werden. Das Ganze wurde auch online clever vermarktet, so dass man es bei den regelmäßigen Streifzügen durch die Welt der Blogs und Foren fast nicht mehr übersehen konnte.

Gleichmal vorneweg: Die Reihe macht Spaß. Ich habe angefangen zu lesen und konnte Band I (The Way of Shadows, dt. Der Weg in die Schatten) kaum aus der Hand legen. Was Spannung und Lesevergnügen angeht, hat Weeks zweifelsohne ein gelungenes Debüt hingelegt.  Zum Inhalt (In erster Linie auf Band 1 bezogen) : Strassenjunge Azoth gelingt es als Lehrling von Durzo Blint, dem besten “Wetboy”(Auftragsmörder)  der Stadt, aufgenommen zu werden. Doch Azoth (der sich später Kylar nennt) hat nicht mit den Problemen und Schattenseiten dieses neuen Lebens gerechnet. Und auch später (sprich Bd. 2 & 3) hadert Azoth mit sich und und den Folgen seines Handelns als Wetboy für sich und die die ihm lieb & teuer sind! Alles in allem also ein Auftragsmörder- und Attentäterbildungsroman 😉
Der Plot ist das stärkste an der Reihe, er treibt einen in oft hohem Tempo vor sich her, die (manchmal für einige vielleicht zu brutalen) Szenen werden glaubhaft formuliert. Einerseits hat der “Aufstieg” von Azoth/Kylar zum mysteriösen Killer, sowie die Entdeckung in größere Zusammenhänge verwickelt zu sein, schon etwas von der klassischen Nummer “vom Stableboy zum Ritter”, aber andererseits sind mir in der SpecLit kaum/keine anderen Werdegänge in der Form “Vom Strassenjungen zum Auftragsmörder” bekannt. Weeks erfindet das Rad hier nicht neu, bietet aber eine spannende Variation grösstenteils bekannter Themen. Teile der Magie die er insbesondere ab Bd.2 beschreibt scheinen mir eine clevere Neuerfindung zu sein, zumindest erkenne ich sie nicht wieder. Die Charaktere, und die Art wie sie (nicht) entwickelt werden, sind im Vergleich dazu schon deutlich durchwachsener. Einige Protagonisten wie zBsp. Durzo Blint sind gut gezeichnet, auch Azoth/Kylar ist gut entworfen und man entwickelt trotz seines blutigen Brotwerwerbs Sympathien für ihn, viele Nebencharaktere bleiben aber blasser als sie wahrscheinlich sein müssten.  Die Welt die Weeks hier entwirft ist deutlich der schwächste Punkt, am treffensten hat es James Long von Speculative Horizons umschrieben:

What we have is a standard medieval-esque world of kings, princes, assassins and soldiers. There’s even a magic sword and a prophecy. In short, there is absolutely no innovation whatsoever.

Da kann ich eigentlich nicht viel hinzufügen.  Das sogenannte Worldbuilding verbessert sich zwar in Bd.2 und Bd.3, aber es ist und bleibt nicht die stärkste Seite der Reihe.
Cover:
Von der Idee her gar nicht schlecht, aber mit werden zu sehr Klischees bedient, und ich bin kein großer Fan von so expliziter Personendarstellungen auf Covern. Das deutsche Cover ist übrigens nahezu das gleiche, deswegen verzichte ich hier darauf.
Englisch:
Medium – Für geübte Leser kein Problem. Die Sprache mutet manchmal fast etwas zu modern an.
Fazit:
Für mich eines der stärksten Debüts der letzten Jahre, mit hier und da recht deutlichen Schwächen, aber nichtsdestotrotz wird die Handlung zügig und spannend vorangetrieben, so dass ich mich nie wirklich langweilte. Gute Reihe für den schnellen, schmackhaften, nicht zu schwer verdaulichen (sowie in meinem Falle zumindest) einmaligen Genuss.
Wertung: 6.5/10.